Heute Nacht träumte ich:

Ich hatte eine feine, scharfe Drahthschnur in der Hand und schnitt mir den Unterleib auseinander. Ich schnitt bis kurz unter den Bauchnabel meinen Unterleib und den unteren Bauch in kleine rechteckige Kästchen. Die Schnitte waren sehr gerade und durchzogen meinen gesamten Unterleib. Ich ließ mir nichts anmerken, obwohl ich Schmerzen hatte und es sich sehr falsch anfühlte. Mein Bruder war immer um mich herum und ich achtete sehr darauf, dass er es nicht sah. Ich rief einen Freund an, da ich eine wichtige Frage zu den Sufis hatte. Eine Stimme meldete sich aber es war nicht er am Telefon. Die Stimme sagte nur “ja” und während ich meine Frage stellte, bemerkte ich, dass der Hörer weg gelegt wurde und niemand meine Frage hörte. Auf der anderen Seite der Leitung war niemand bereit, mir meine Frage zu beantworten.

Danach wurden die Schmerzen der Einschnitte größer und ich konnte es nicht mehr geheim halten. Ich musst auch immer mehr darauf achten, dass mein Unterleib nicht auseinander fällt und schob die Rechtecke immer wieder an ihren Platz zurück. Als mein Bruder es nun sah, war er sehr aufgebracht und wollte mich in das Krankenhaus bringen. Ich war noch immer ruhig und nahm es nicht ernst. Doch als ich mich ansah, waren die Wunden entzündet und gelber Eiter quollt hervor. Da bekam ich Angst und spürte auch die Kraftlosigkeit in meinem Körper. Mein Bruder brachte mich ins Krankenhaus. Dann wachte ich auf.

Aus dem Bauch raus…ist das Gegenteil von Überlegen mit dem Kopf. Ich schnitt meinen Bauch, den Unterleib in kleine rechteckige Teile. Vielleicht versuche ich Gefühle, die aus der Körpermitte kommen zu sehr mit dem Kopf zu durchleuchten und beschneide mich dabei selber. Den Unterleib als Sitz der weiblichen Energie möchte ich in Kategorien oder Schubläden einteilen und mache mir vor, dass es etwas lösen, verbessern würde. Das Telefonat war die Suche nach Hilfe bei meinen Fragen. Es könnte ein Telefonat mit GL gewesen sein. Das Nichtbeantworten meiner Frage stößt mich darauf, dass ich Erkenntnisse und Antworten nicht durch andere oder durch mehr Wissen bekomme, sondern, auf mich selber angewiesen bin. Vor meinen Bruder wollte ich die Schnitte verheimlichen, ich wollte nicht, dass er erkennt, wie ich mich selber beschneide und mir Dinge in Kategorien einordne. Die Schmerzen im Unterleib, da ich durch den Kopf Gefühle und Empfindungen hemme.